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Digital geplant, präzise und nachhaltig gebaut

19. Oktober 2026
Im 3. Stock des Boulevards: Mike Arreza, Programmleiter Dreiklang am KSA (links), und Patric Sommer, Senior BIM-Manager bei der Implenia AG (rechts).
Im 3. Stock des Boulevards: Mike Arreza, Programmleiter Dreiklang am KSA (links), und Patric Sommer, Senior BIM-Manager bei der Implenia AG (rechts).

Beim Spitalneubau «Dreiklang» wurde konsequent auf die ganzheitliche Methode Building Information Modeling (BIM) gesetzt. Das bringt Vorteile weit über die Planung und das Bauen hinaus, insbesondere für Betrieb und Wartung.

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Das neue KSA ist gewissermassen zweimal neu «gebaut» worden: zuerst digital, dann real. Und das gilt nicht nur für die Planung. Auch das eigentliche Gebäude – vom Rohbau mit Wänden, Decken und weiteren Bauteilen bis hin zu den technischen Installationen – wurde nach dem Aushub direkt auf Grundlage digitaler 3D-Modelle erstellt. Klassische Papierpläne spielten dabei kaum mehr eine Rolle. Möglich macht dies die Bau- und Planungsmethode BIM – Building Information Modeling –, die vor allem bei Grossbauten wie dem Dreiklang zum Einsatz kommt.

BIM ist weit mehr als nur ein dreidimensionaler Bauplan. Vereinfacht gesagt, ist das Modell ein digitaler Baukasten: Sämtliche Elemente wie Wände, Türen, Fenster, aber auch Lüftungskanäle oder technische Anlagen besitzen darin nicht nur eine Form und einen festen Platz, sondern können mit detaillierten Informationen verknüpft werden. Beim Dreiklang kommen rund 180 BIM-Modelle und etwa eine Million digitale Objekte zusammen. Architektur, Gebäudetechnik und weitere Fachbereiche stimmen ihre Planungen darin aufeinander ab.

Für den hochkomplexen Bau eines Grossspitals wie des KSA bringt das enorme Vorteile: In Technikzentralen, Schächten und über Decken treffen unzählige Leitungen und Installationen auf engstem Raum zusammen. Im digitalen Modell werden solche Schnittstellen sichtbar, lange bevor auf der Baustelle ein Konflikt entsteht.

Doch auch beim realen Bau zeigen sich die grossen Vorteile von BIM. Die Informationen aus dem digitalen Modell werden dabei direkt auf die Baustelle übertragen. Schon beim Rohbau wurden die Positionen von Wänden, Stützen, Aussparungen oder anderen Bauteilen nicht mehr aus klassischen Papierplänen heraus gemessen. Stattdessen wurden die exakten Koordinaten direkt aus dem BIM-Modell übernommen und mit digitaler Vermessungstechnik auf die Baustelle übertragen.

Der Rohbau des Dreiklangs wurde auf diese Weise weitgehend papierlos erstellt. Das digitale Modell war damit nicht einfach eine zusätzliche Planungshilfe, sondern die unmittelbare Grundlage für den Bau selbst. 

Baustelle im Herbst 2023: Abschluss der Aussenarbeiten / Beginn des Innenausbaus.
Baustelle im Herbst 2023: Abschluss der Aussenarbeiten / Beginn des Innenausbaus.

Auch im weiteren Ausbau konnten die beteiligten Unternehmen die aktuellen Modelle auf ihren digitalen Endgeräten abrufen. Leitungen und Bauteile liessen sich so präzise planen, teilweise vorproduzieren und anschliessend gezielt montieren.

Die Vorteile zeigen sich vor allem in der frühzeitigen Koordination. Fehler, die früher womöglich erst beim Einbau aufgefallen wären, können bereits im Modell erkannt und korrigiert werden. Wenn beispielsweise eine Lüftungsleitung denselben Raum beansprucht wie eine andere technische Installation, wird dieser Konflikt schon vor der Ausführung sichtbar.

Das reduziert Nacharbeiten, spart Zeit und Material und erhöht die Planungssicherheit. Gleichzeitig arbeiten die zahlreichen Beteiligten mit derselben Informationsgrundlage. Bei einem Grossprojekt wie dem Dreiklang ist diese gemeinsame digitale Arbeitsweise mindestens so wichtig wie die Technologie selbst.

Ganz ohne Herausforderungen funktioniert BIM jedoch nicht. Die Methode stellt hohe Anforderungen an Datenqualität, Abläufe und Zusammenarbeit. Es muss klar geregelt sein, wer welche Informationen liefert, wie die Modelle verschiedener Fachdisziplinen zusammenspielen und welcher Datenstand aktuell ist.

Auch die Mitarbeitenden müssen sich auf neue Arbeitsweisen einstellen. Wer über Jahre mit gedruckten Plänen gearbeitet hat, muss lernen, Informationen digital abzurufen und Modelle richtig zu interpretieren. Schulung und Begleitung gehören deshalb ebenso zu BIM wie Software und Vermessungstechnik. Hinzu kommt: Je präziser digital geplant wird, desto wichtiger ist die Übereinstimmung mit der gebauten Realität. Kleine Abweichungen im Rohbau können später grosse Auswirkungen haben. Vermessung, Referenzsysteme und laufende Qualitätskontrollen bleiben deshalb unverzichtbar.

9200 Lkw-Fahrten wurden benötigt, um 138 000 Kubikmeter Aushub abzutransportieren.

66 000 Kubikmeter Beton und 9300 Tonnen Stahl wurden für die Armierung verbaut.

Ein digitaler Zwilling für den Betrieb

Der Nutzen von BIM endet jedoch nicht mit der Fertigstellung des Neubaus. Aus den Informationen von Planung und Bau entsteht die Grundlage für den digitalen Zwilling des Dreiklangs. Dieser ist weit mehr als ein virtuelles 3D-Modell. Er kann Gebäude- und Gerätemodelle, Revisionsunterlagen, Herstellerinformationen und betriebliche Daten miteinander verbinden.

Für den künftigen Betrieb eröffnet das zahlreiche Möglichkeiten: Wartungen können gezielter geplant, technische Anlagen und Geräte – unterstützt durch Ortungs- und Navigationsfunktionen – schneller gefunden und Störungen effizienter behoben werden. Auch spätere Umbauten lassen sich auf einer verlässlichen Datengrundlage vorbereiten. Gebäude- und Elektrotechnik, Medizintechnik, Service Desk oder Reinigung können ebenfalls von den strukturierten Informationen profitieren.

Entscheidend ist dabei nicht, möglichst viele Daten zu sammeln, sondern die richtigen – und diese langfristig aktuell zu halten. So reicht BIM beim Dreiklang weit über die Planungs­phase hinaus. Aus einem digitalen Modell ist so Schritt für Schritt ein reales Spital entstanden – und aus den Baudaten ein langfristiger Wissensspeicher für die Zukunft.

Das neue KSA

Ab Januar 2027 wird vieles, was heute auf die verschiedenen Gebäude des KSA-Areals verteilt ist, im Neubau Dreiklang unter einem Dach vereint. Der Neubau bringt aber weit mehr als nur räumliche Veränderungen mit sich. Kürzere Wege, neu gestaltete Abläufe, eine engere Zusammenarbeit und innovative Technologien schaffen neue Möglichkeiten für den Spitalalltag. Alles mit einem Ziel: die Menschen auch in Zukunft medizinisch auf höchstem Niveau zu versorgen.

Entdecken Sie auf ksa.ch/dreiklang spannende Einblicke in ausgewählte Bereiche des neuen Spitals, gewinnen Sie einen Eindruck von der Gestaltung und Atmosphäre des Neubaus und erfahren Sie, wie das KSA mit dem Dreiklang die Grundlage für eine zukunftsfähige Gesundheitsversorgung schafft.

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