KSA Neubau: Ambulant unter einem Dach
19. Oktober 2026
Ob Ernährungsberatung, Herzuntersuchung oder OP-Nachkontrolle: Viele Patientinnen und Patienten kommen für ihre Behandlung ambulant ins KSA. Im Neubau finden Sprechstunden und Behandlungen in neu organisierten ambulanten Plattformen statt.
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Bis anhin bedeutete ein ambulanter Termin für Patientinnen und Patienten oftmals: Lageplan konsultieren und das richtige Gebäude auf dem KSA-Gelände suchen. Für die Ernährungsberatung ging es beispielsweise ins Haus 46, für Untersuchungen am Herzen ins Haus 1 und für Nachkontrollen in der Bauchchirurgie ins Haus 3. Im Neubau befinden sich die Ambulatorien im südlichen Teil des Sockelgebäudes – vom Erdgeschoss bis in den dritten Stock. Fachbereiche, die eng zusammenarbeiten, liegen damit auch räumlich näher beieinander. Insgesamt gibt es elf ambulante Plattformen, jede mit einem eigenen Empfang. Das Herz- und Gefässzentrum beispielsweise vereint Kardiologie, Angiologie und Gefässchirurgie.
Zentrum für Medizin: Medizinische Universitätsklinik, Endokrinologie/Diabetologie, Infektiologie, Rheumatologie, Nephrologie, Medizinische Poliklinik, Diabetes-, Ernährungsberatung
Zentrum für Bildgebung: Radiologie, Neuroradiologie
Zentrum für Onkologie, Hämatologie und Transfusionsmedizin
Zentrum für Urologie
Zentrum für Bewegung und Rekonstruktion (inkl. Eingriffszentrum): Orthopädie und Traumatologie, Plastische und Handchirurgie, Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie
Anästhesie und Schmerzsprechstunde: Anästhesie, Zentrale Disposition, Spitalpharmazie
Neurozentrum: Neurologie, Neurochirurgie, Neuroradiologie
Herz- und Gefässzentrum: Kardiologie, Angiologie, Gefässchirurgie
Lungen- und Thoraxzentrum, Bauch- und Endoskopiezentrum: Thoraxchirurgie, Pneumologie, Allgemein- und Viszeralchirurgie, Gastroenterologie und Hepatologie, Stoma-, Wund-, Kontinenzberatung
Kinderspital Ambulatorien
Frauenklinik Ambulatorium
Was genau ist eine ambulante Plattform?
In einer ambulanten Plattform werden verschiedene Kliniken organisatorisch zusammengeführt. Räume, Geräte, Material und teilweise Personalressourcen werden gemeinsam geplant. Auch Abläufe können besser aufeinander abgestimmt und vereinheitlicht werden. Die medizinischen Fachbereiche behalten dabei ihre jeweilige Spezialisierung.
Die Plattform ist keine eigene Abteilung im klassischen Verständnis. Sie bildet eine organisatorische Drehscheibe für mehrere Fachbereiche. Diese Struktur stärkt die Zusammenarbeit und schafft klare Verantwortlichkeiten.
Kürzere Wege im neuen Spital
Was die neue Organisation für Patientinnen und Patienten bedeutet, zeigt sich besonders gut an einem konkreten Beispiel. Ein Patient besucht heute eine infektiologische Sprechstunde. Zusätzlich sind eine Blutentnahme und eine Röntgenaufnahme erforderlich. Für das Röntgen muss er unter Umständen das Gebäude wechseln. Im Neubau befindet sich die Radiologie auf demselben Stockwerk.
Sprechstunden und weitere ambulante Termine finden in den neuen Ambulatorien statt. Diese befinden sich im Sockelgebäude des Neubaus.
«Die grösste Veränderung für unsere Patientinnen und Patienten sind die kürzeren Wege. Und die schönen neuen Räumlichkeiten», sagt Karin Sager. Sie arbeitet heute als Teamleiterin und übernimmt künftig die Koordination des Zentrums für Medizin, der grössten ambulanten Plattform im Neubau.
Im Zentrum für Medizin werden die Medizinische Universitätsklinik, die Endokrinologie und Diabetologie, die Infektiologie, die Rheumatologie, die Nephrologie, die Medizinische Poliklinik sowie die Diabetes- und Ernährungsberatung zusammengeführt. Teams, die heute teilweise in unterschiedlichen Häusern arbeiten, rücken damit näher zusammen.
Am zentralen Empfang der Medizin werden täglich rund 300 bis 350 Patientinnen und Patienten erwartet. Beispielsweise für eine Sprechstunde, eine Infusionstherapie oder eine Blutentnahme. Von dort gelangen sie in einen der Wartebereiche und werden anschliessend von der zuständigen Fachperson abgeholt.
Neue Strukturen im Hintergrund
Für Patientinnen und Patienten soll sich im Behandlungsablauf möglichst wenig verändern. Hinter den Kulissen wird jedoch vieles neu organisiert. Heute plant beispielsweise jede Klinik ihre ambulanten Sprechstunden weitgehend eigenständig. Im Neubau wird diese Planung stärker gebündelt.
«Durch die räumliche Nähe und die neue Organisation erreichen wir eine höhere Wirtschaftlichkeit», erklärt Christoph Bacher, Leiter ambulante Plattformen am KSA. Weiter betont Bacher die Wichtigkeit von einheitlicheren Abläufen: «Aufgebote und Prozesse, die heute von Klinik zu Klinik sehr unterschiedlich daherkommen, sollen künftig stärker standardisiert werden. Wer für verschiedene Behandlungen ins KSA kommt, wird sich dadurch einfacher orientieren können.»
Die Organisation in Plattformen entspricht dem Ansatz einer modernen Spitalführung: Ressourcen werden nicht mehr ausschliesslich innerhalb einzelner Kliniken geplant, sondern dort gemeinsam genutzt und koordiniert, wo dies sinnvoll ist. Neu ist dieser Plattformgedanke am KSA nicht. Im Operationsbereich werden Räume, Personal und Infrastruktur bereits seit Längerem gemeinsam über verschiedene Kliniken hinweg organisiert. Dieses Prinzip wird im KSA-Neubau auch in der ambulanten Medizin angewendet.
688 099 ambulante Behandlungen und Konsultationen fanden im Jahr 2025 am KSA statt.
Mehr Zusammenarbeit, neue Kompetenzen
Das Plattformmodell verändert auch den Arbeitsalltag der Mitarbeitenden. Sie sind Teil eines grösseren Teams und erlernen neue Tätigkeiten. Zentrumskoordinatorin Karin Sager organisiert die verschiedenen Ressourcen und prüft mit weiteren Verantwortlichen regelmässig, ob Anpassungen notwendig sind.
Für Mitarbeitende aus den Bereichen Pflege und Administration entstehen neue Möglichkeiten. Weil auf einer Plattform verschiedene Fachgebiete zusammenarbeiten, können sie zusätzliche Tätigkeiten ausüben. Erste Teams besuchen schon heute andere Bereiche und lernen deren Arbeitsabläufe kennen. «Es werden sich neue spannende Tätigkeiten für mein Team ergeben», sagt Sager. Solche Hospitationen seien wichtig, um gegenseitiges Verständnis aufzubauen und als zukünftiges Team zusammenzuwachsen.
Wichtig sei dabei auch, die Mitarbeitenden auf diesem Weg mitzunehmen und niemanden zu überfordern. Nicht alle müssen künftig sämtliche Tätigkeiten beherrschen. Gleichzeitig können Mitarbeitende, die sich weiterentwickeln möchten, neue Kompetenzen aufbauen – beispielsweise bei Untersuchungen oder Therapien, die bisher in anderen Fachbereichen durchgeführt wurden.
Für Sager liegt gerade darin eine grosse Chance: «Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit all diesen Disziplinen, auf das grössere Team und auf die neuen Räumlichkeiten.» Für Patientinnen und Patienten soll vor allem das Ergebnis spürbar sein: kürzere Wege, klarere Abläufe und besser vernetzte Fachbereiche.
Das neue KSA
Ab Januar 2027 wird vieles, was heute auf die verschiedenen Gebäude des KSA-Areals verteilt ist, im Neubau Dreiklang unter einem Dach vereint. Der Neubau bringt aber weit mehr als nur räumliche Veränderungen mit sich. Kürzere Wege, neu gestaltete Abläufe, eine engere Zusammenarbeit und innovative Technologien schaffen neue Möglichkeiten für den Spitalalltag. Alles mit einem Ziel: die Menschen auch in Zukunft medizinisch auf höchstem Niveau zu versorgen.
Entdecken Sie auf ksa.ch/dreiklang spannende Einblicke in ausgewählte Bereiche des neuen Spitals, gewinnen Sie einen Eindruck von der Gestaltung und Atmosphäre des Neubaus und erfahren Sie, wie das KSA mit dem Dreiklang die Grundlage für eine zukunftsfähige Gesundheitsversorgung schafft.