Neues Spital, neue Zusammenarbeit
19. Oktober 2026
Die Bettenabteilungen im neuen KSA sind interprofessionell so organisiert, dass Patientinnen und Patienten künftig nach einheitlichen Standards versorgt und betreut werden.
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Wer im Spital liegt, hat meist andere Dinge im Kopf als Prozesse, Schnittstellen oder Organisationsmodelle. Viel wichtiger sind während eines Aufenthalts meist andere Fragen: Wann kommt die Ärztin oder der Arzt? Wann erfahre ich, wie es weitergeht? Verläuft meine Behandlung erfolgreich? Was steht heute an? Wann findet die nächste Untersuchung statt? Und wann kann ich nach Hause?
Genau hier setzt die neue Organisation auf den Bettenstationen im Neubau des KSA an. Bisher befanden sich diese ja in mehreren Häusern auf dem Campus verteilt. Für die Bettenabteilungen im neuen KSA wurden aber nicht nur die Räumlichkeiten neu geplant, sondern auch Abläufe und Patientenpfade neu gedacht. Das Ziel: Die verschiedenen auf der Station arbeitenden Berufsgruppen sollen ihre Arbeit noch besser aufeinander abstimmen – damit Patientinnen und Patienten möglichst reibungslos durch ihren Spitalaufenthalt begleitet und versorgt werden.
Ein zentraler Baustein ist ein klar strukturierter Tagesablauf. Am Morgen stimmen sich die beteiligten Fachpersonen in einem gemeinsamen «Huddle» über die wichtigsten Themen des Tages ab. Pflege- und Arztdienst, aber auch weitere Bereiche wie beispielsweise die Patientenhotellerie wissen so frühzeitig, was bei den einzelnen Patientinnen und Patienten ansteht. Wer kann voraussichtlich nach Hause? Wo braucht es noch eine ärztliche Entscheidung? Welche Untersuchungen oder Therapien sind geplant? Und wo müssen weitere Schritte koordiniert werden?
Gutes Zusammenspiel von Pflege- und Arztdienst
Für die Patientinnen und Patienten bedeutet das vor allem eines: mehr Verlässlichkeit. Statt über längere Zeit auf eine Information warten zu müssen, soll ihnen früher klar sein, wie der Tag weitergeht. Leerläufe und Wartezeiten sollen mit den neuen, besser aufeinander abgestimmten und digital unterstützten Prozessen, wenn immer möglich, reduziert werden. Der Pflegedienst informiert die Patientinnen und Patienten regelmässig über die Tagesziele und den aktuellen Stand.
Auf jedem Stockwerk im Bettenturm befinden sich zwei Abteilungen mit 36 Bettenzimmern.
Auch die ärztliche Betreuung wird enger in den Stationsalltag eingebunden. Visiten erhalten definierte Zeitfenster, und eine zugeteilte Stationsärztin bzw. ein zugeteilter Stationsarzt soll dafür sorgen, dass medizinische Fragen gebündelt werden und eine entscheidungsbefugte Ansprechperson erreichbar ist. Das schafft Orientierung für alle.
Besonders wichtig ist dabei das Zusammenspiel von Pflege- und Arztdienst. Beide Berufsgruppen bringen ihre Perspektive ein und stimmen sich eng ab. Der Pflegedienst ist nahe bei den Patientinnen und Patienten und kennt deren aktuelle Situation. Der Arztdienst verantwortet die medizinischen Entscheide. Je besser dieser Austausch funktioniert, desto weniger Informationslücken, unnötige Rückfragen und Wartezeiten entstehen. Die Zusammenarbeit soll dabei bewusst auf Augenhöhe erfolgen. Organisatorisch werden die Bettenabteilungen als Plattform vom Pflegedienst geführt – ein Novum.
Die neuen Abläufe betreffen den gesamten Aufenthalt – vom Eintritt bis zum Austritt. Gerade beim Austritt zeigt sich, wie viele einzelne Schritte ineinandergreifen müssen. Medizinische Entscheide, Verordnungen, die Planung der Nachsorge, Medikamente, Transport, Zimmerreinigung und die Vorbereitung für die nächste Patientin oder den nächsten Patienten: All das soll besser koordiniert werden.
Ein wichtiges Ziel ist, geplante Austritte möglichst früh am Tag zu ermöglichen. Das hilft den Patientinnen und Patienten, ihren Heimweg oder den Übertritt in eine weitere Institution besser zu planen. Gleichzeitig können Zimmer schneller wieder vorbereitet und verfügbar gemacht werden.
Eingespielte und aufeinander abgestimmte Abläufe
Doch eine gut funktionierende Station besteht aus weit mehr als Medizin und Pflege. Auch Patientenhotellerie, Reinigung, Logistik und Spitalpharmazie werden in die Abläufe eingebunden. Wenn beispielsweise ein Austritt bevorsteht, soll diese Information dort ankommen, wo sie gebraucht wird. So kann der Pflegedienst beispielsweise nach Austritt des Patienten die Reinigung online in Auftrag geben, das Zimmer wird vorbereitet und der neue Zimmerstatus ist für die Beteiligten ersichtlich. Vieles funktioniert dabei digital oder über klare Signale – ohne dass Mitarbeitende zuerst jemanden suchen müssen, um eine Information weiterzugeben.
Auch die Material- und Medikamentenversorgung wird neu organisiert und teilweise automatisiert. Logistik und Pharmazie übernehmen dafür klar definierte Aufgaben auf den Stationen. Die Spitalpharmazie bewirtschaftet die entsprechenden Bestände, während die Logistik für Nachschub und Materialflüsse sorgt.
Konzentration auf die Kernaufgaben
Diese klare Aufgabenteilung entlastet den Pflegedienst. Patientenhotellerie und Reinigung kümmern sich um ihre Fachgebiete, Logistik und Pharmazie um die Versorgung der Station. Die Pflege kann sich dadurch stärker auf ihre Kernaufgabe konzentrieren: die Betreuung der Patientinnen und Patienten.
Die neue Arbeitsweise wird bereits im bestehenden Spitalbetrieb im Rahmen eines Pilotprojekts erprobt und bis zum Umzug laufend verbessert. Der 24-Stunden-Tagesablauf, das Stationsarztmodell, ein Zonenkonzept für die Patientenbetreuung durch den Pflegedienst sowie feste Visitenzeiten werden nach dem Umzug in den Neubau schrittweise auf allen Bettenabteilungen ausgerollt werden.
Für Patientinnen und Patienten soll am Ende vor allem eines spürbar sein: Die vielen unterschiedlichen Fachpersonen auf einer Station arbeiten Hand in Hand, Informationen kommen zur richtigen Zeit am richtigen Ort an, Zuständigkeiten sind klar – und der Aufenthalt im Spital wird dadurch besser koordiniert, verständlicher und möglichst reibungslos. Hinter diesen scheinbar kleinen Prozessveränderungen steckt ein grosses Ziel: eine Versorgung, welche die Patientin und den Patienten ins Zentrum stellt.
Das neue KSA
Ab Januar 2027 wird vieles, was heute auf die verschiedenen Gebäude des KSA-Areals verteilt ist, im Neubau Dreiklang unter einem Dach vereint. Der Neubau bringt aber weit mehr als nur räumliche Veränderungen mit sich. Kürzere Wege, neu gestaltete Abläufe, eine engere Zusammenarbeit und innovative Technologien schaffen neue Möglichkeiten für den Spitalalltag. Alles mit einem Ziel: die Menschen auch in Zukunft medizinisch auf höchstem Niveau zu versorgen.
Entdecken Sie auf ksa.ch/dreiklang spannende Einblicke in ausgewählte Bereiche des neuen Spitals, gewinnen Sie einen Eindruck von der Gestaltung und Atmosphäre des Neubaus und erfahren Sie, wie das KSA mit dem Dreiklang die Grundlage für eine zukunftsfähige Gesundheitsversorgung schafft.