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    Ultraschall: Präzision in Echtzeit

    17. März 2026

    Ein erhöhter Leberwert, unklare Bauchschmerzen oder eine tastbare Schwellung: Oft ist der Ultraschall der erste Schritt zur Klärung. Am Kantonsspital Aarau setzt man dabei auf spezialisierte Expertise. Dr. med. Svea-Vivica Mathieu, Oberärztin Radiologie und Leiterin Ultraschall, erklärt, warum das Verfahren schnell, präzise und häufig unterschätzt ist. 

    • Fachperson Dr. med. Svea-Vivica Mathieu
    • Lesedauer ca. 5 Minuten
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    Frau Mathieu, was genau ist Ultraschall?

    Dr. med. Svea-Vivica Mathieu: Ultraschall ist ein bildgebendes Verfahren mit Schallwellen. Es ist schmerzfrei, kommt ohne Strahlenbelastung aus und ist vollkommen ungefährlich. Wir können damit innere Organe, Gefässe sowie viele Weichteile darstellen – und zwar direkt während der Untersuchung.

    Wie unterscheidet sich diese Bildgebung von CT und MRT? 

    Computertomografie (CT) und Magnetresonanztomografie (MRT) liefern umfangreiche Bildserien, die man später in Ruhe auswertet. Ein Ultraschall ist hingegen eher mit einem Film zu vergleichen. Die untersuchende Person kann in Echtzeit beobachten, wie Organe, Gefässe und Weichteile sich verhalten. Das Verfahren lebt deshalb davon, dass die untersuchende Person sehr geübt ist und das Bild in Echtzeit einordnen kann.

    Wann ist Ultraschall anderen bildgebenden Verfahren überlegen?

    Vor allem dann, wenn es darum geht, sehr schnell gezielte Fragen zu beantworten. Ein Ultraschall ist in der Regel massiv schneller verfügbar und bietet eine sehr hohe Detailauflösung. Dank dem Einsatz von Kontrastmittel-Ultraschall (Contrast-enhanced ultrasound, CEUS) können wir zudem meist in kürzester Zeit einordnen, ob eine Veränderung gut- oder bösartig ist.

    Worin besteht der Vorteil für Patientinnen und Patienten?

    Ein Kontrastmittel-Ultraschall ist strahlenfrei, dauert nur wenige Minuten und liefert sehr rasch aussagekräftige Informationen. Das Kontrastmittel enthält zudem weder Jod noch Gadolinium und belastet so weder Nieren noch Schilddrüse. Hinzu kommt, dass im Vergleich zu CT- oder MRT-Kontrastmitteln keine allergischen Reaktionen zu erwarten sind.  

    Dr. med. Svea-Vivica Mathieu, Oberärztin Radiologie und Leiterin Ultraschall am KSA, untersucht mit modernster Ultraschalltechnik und ermöglicht präzise Diagnosen in Echtzeit.
    Dr. med. Svea-Vivica Mathieu, Oberärztin Radiologie und Leiterin Ultraschall am KSA, untersucht mit modernster Ultraschalltechnik und ermöglicht präzise Diagnosen in Echtzeit.

    Kann eine Ultraschall-Untersuchung eine MRT ersetzen?

    Ja, in vielen Fällen kann ein Kontrastmittel-Ultraschall eine aufwendigere Untersuchung ersetzen. Das spart Zeit, weil man nicht auf einen MRT-Termin warten muss.

    Wie schnell bekommt man am KSA einen Ultraschall-Termin?

    In der Regel innerhalb weniger Tage, in dringenden Fällen noch gleichentags. Kurze Wartezeiten sind aus medizinischer Sicht besonders wichtig, wenn es um Leber- oder Nierenwerte geht: Wenn etwa ein Abflussproblem hinter auffälligen Laborwerten steckt und das zu lange unentdeckt bleibt, kann das dem Organ schaden. Ultraschall eignet sich hier, um rasch eine behandelbare Ursache auszuschliessen oder zu bestätigen.

    Nehmen wir das Beispiel «auffälliger Leberwert»: Wie gehen Sie diagnostisch vor?

    Wir schauen zuerst sehr genau auf Grösse und Struktur der Leber und auf die Beschaffenheit des Gewebes. Ultraschall ist hier sehr aussagekräftig, weil wir das Organ und auch das Gewebe innerhalb des Organs differenziert beurteilen können. Ein konkretes Beispiel ist die Frage, ob Fett in der Leber eingelagert ist. Das lässt sich mit einem speziellen Ultraschall-Verfahren, das wir anbieten, sogar messen. Wenn es Hinweise gibt, dass das Gewebe fibrotisch verändert sein könnte, ergänzen wir mit der Elastografie. Dabei messen wir die Steifigkeit des Lebergewebes und können einordnen, ob sich Veränderungen in Richtung Fibrose oder Zirrhose zeigen. Somit kann häufig auf eine Biopsie verzichtet werden.

    Was unterscheidet die Ultraschall-Expertise am KSA von einer Standarduntersuchung in einer Praxis?

    Hausärztinnen und Hausärzte sind eine sehr gute erste Anlaufstelle, um Symptome rasch einzuordnen. Ins Ultraschall-Kompetenzzentrum am KSA kommen Patientinnen und Patienten oft dann, wenn eine sehr spezifische Fragestellung mit moderner technischer Ausstattung abgeklärt werden soll. Bei uns untersuchen im Ultraschall-Team ausschliesslich erfahrene Oberärztinnen und Oberärzte. Sie können die Möglichkeiten des Ultraschalls wirklich ausschöpfen und sind für Zuweisende eine verlässliche Anlaufstelle.

    Wie entwickelt sich die Ultraschall-Diagnostik weiter?

    Die Technik wird stetig besser, vor allem die Auflösung. Auch die Darstellung mit Kontrastmitteln wird immer präziser. Das führt dazu, dass in bestimmten Situationen schon heute keine invasiven Schritte wie eine Biopsie mehr nötig sind.