• KSA Kantonsspital Aarau KSA Kinderspital Aarau KSA Bahnhof Aarau KSA Lenzburg
  • Forschungsprojekte

    Interview | Forschungsstrategie 2026

    27. März 2026

    Begleitend zur neuen KSA‑Gesamtstrategie wurde eine aktualisierte Forschungsstrategie erarbeitet. 
    Im Interview erläutert Prof. Dr. med. Phillip Schütz, Präsident des KSA‑Forschungsrats, die zentralen Schwerpunkte und Hintergründe.

     
    • Lesedauer ca. 5 Minuten
    Teilen

    Worin bestehen ihre zentralen Ziele, und welche thematischen Schwerpunkte sollen in Zukunft besonders gestärkt werden?

    Prof. Schütz: Die neue Forschungsstrategie verfolgt ein klares Ziel: Das KSA soll sich als führendes, patientenorientiertes Forschungsspital mit gut erkennbaren Schwerpunkten, hoher wissenschaftlicher Qualität und einem starken Netzwerk etablieren. Im Zentrum stehen dabei die Stärkung der klinischen Versorgungsforschung, also der Forschung im klinischen Alltag mit Patientinnen und Patienten, sowie der translationalen Forschung. Gleichzeitig soll der wissenschaftliche Nachwuchs gezielt gefördert, die Zusammenarbeit über Fachgrenzen hinweg ausgebaut und die dafür nötigen Ressourcen und Infrastrukturen langfristig gesichert werden.

    Inhaltlich möchte das KSA vor allem jene Forschungsbereiche ausbauen, die einen direkten Nutzen für Patientinnen und Patienten bringen. Dazu gehören neben der patientennahen klinischen Forschung auch Projekte zu Pflegeforschung, Behandlungsqualität sowie zur Optimierung von Diagnostik und Therapie in den interdisziplinären Kompetenzzentren.

    Darüber hinaus werden Zukunftsthemen wie digitale Medizin, Künstliche Intelligenz und MedTech‑Innovationen stärker in den Fokus rücken – oft in enger Zusammenarbeit mit externen Partnern aus Wissenschaft, Industrie und Gesundheitswesen.

    Für die Umsetzung ist eine verlässliche, breit abgestützte Finanzierung entscheidend. Sie soll sich auf drei Säulen stützen: kantonale Mittel, kompetitiv eingeworbene Drittmittel (z. B. vom Schweizerischen Nationalfonds, von Innosuisse, von Stiftungen oder der Industrie) sowie gezielte interne Fördergefässe des KSA. Hier will sich das KSA noch mehr bemühen, unabhängige, langfristig planbare Mittel bereitzustellen – vor allem für strategisch wichtige Projekte, Nachwuchsprogramme und den Ausbau der Forschungsinfrastruktur.

     

    Was bedeutet die neue Strategie konkret für Forschende am KSA? Welche Veränderungen oder neuen Möglichkeiten ergeben sich daraus?

    Prof. Schütz: Für die Forschenden am KSA bringt die neue Strategie eine deutlich besser strukturierte Unterstützung und klar geregelte Förderinstrumente (z. B. Booster, interne Grants, weitere Drittmittel). Zusätzlich profitieren Forschende durch das General Research Office von einem professionellen Projekt‑ und Studienmanagement, das administrative Hürden reduziert und die Qualität der Studien verbessert.

    Mit diesen Vorteilen steigen gleichzeitig die Erwartungen: Wissenschaftliche Qualität, Transparenz und gute Vernetzung gewinnen weiter an Bedeutung. Gleichzeitig eröffnen sich neue Chancen, zum Beispiel klarere Karrierewege, definierte und geschützte Forschungszeit sowie bessere Möglichkeiten zur Entwicklung interdisziplinärer Projekte.

    Ein weiterer Schwerpunkt ist die stärkere Sichtbarkeit der Forschung. Intern geschieht das über regelmässige Forschungsupdates, interne Kolloquien, einen gemeinsamen Anlass mit dem Health Innovation Hub (HIH) sowie mehr Forschungsinhalte in der Fort- und Weiterbildung. Extern setzt das KSA auf eine aktiv gepflegte Forschungswebseite, gezielte Wissenschaftskommunikation über Social Media, Medien und Broschüren sowie eine stärkere Präsenz an nationalen und internationalen Kongressen, verbunden mit qualitativ hochwertigen Publikationen.

     

    Wie profitieren unsere Patientinnen und Patienten ganz konkret davon, dass das KSA ein führendes Zentrum für Forschung in der Schweiz ist?

    Prof. Schütz: Patientinnen und Patienten profitieren direkt von der patientennahen klinischen Forschung: Untersuchungs- und Behandlungsmethoden werden sorgfältig überprüft, Abläufe verbessert und unnötige Risiken reduziert. Dadurch lassen sich häufig die Behandlungsdauer verkürzen, Komplikationen vermeiden und die Zahl der Wiederaufnahmen ins Spital verringern.

    Wichtig ist auch, dass neue wissenschaftliche Erkenntnisse systematisch in Leitlinien, Behandlungspfade und Pflegekonzepte einfliessen. So stellen wir sicher, dass die Versorgung am KSA wissenschaftlich fundiert, hochwertig und auf dem neuesten Stand ist – vergleichbar mit dem Niveau eines Universitätsspitals, aber wohnortnah in einem Zentrumsspital der Region.

     

    Was wünschst du dir persönlich für die Zukunft der Forschung an unserem Spital?

    Prof. Schütz: Ich wünsche mir eine Forschungskultur, in der hervorragende klinische Arbeit und echte wissenschaftliche Neugier wie selbstverständlich zusammengehören. Jede interessierte Kollegin und jeder Kollege – egal ob aus der Medizin, Pflege oder anderen Berufsgruppen – soll niederschwellig Zugang zu Unterstützung erhalten und ermutigt werden, eigene Ideen einzubringen und umzusetzen.

    Für die Zukunft wünsche ich mir zudem langfristig gesicherte finanzielle Mittel, damit mutige und innovative Projekte entstehen können, die einen klaren Nutzen für unsere Patientinnen und Patienten haben. Und ich wünsche mir, dass das KSA seine Position in der nationalen Forschungslandschaft weiter stärkt und als aktives, gut vernetztes Forschungsspital wahrgenommen wird.