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    Trockene Augen bei Meibomdrüsenstörung: Was hilft wirklich?

    28. April 2026

    Trockene Augen entstehen häufig durch eine Störung der Meibomdrüsen am Lidrand. Entscheidend für die Behandlung ist, nicht nur die Augen zu befeuchten, sondern auch die Funktion dieser Drüsen gezielt zu verbessern.

    • Fachperson Dr. med. Anthia Papazoglou
    • Lesedauer ca. 4 Minuten
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    Problem und Definition

    Trockene Augen können durch eine Funktionsstörung der Meibomdrüsen entstehen. Diese Drüsen liegen im Ober- und Unterlid und geben ihr Sekret an der Lidkante ab.

    Sie produzieren den Fettanteil des Tränenfilms. Fehlt dieser, verdunstet die Tränenflüssigkeit schneller. In solchen Fällen sind Tränenersatzmittel ohne Fettanteil oft nur begrenzt oder kurzfristig wirksam.

    Ursachen und Risiken

    Bei einer Meibomdrüsenstörung sind die Drüsen verstopft oder entzündet (Lidrandentzündung). Dadurch wird die Fettabgabe gestört, was die Stabilität des Tränenfilms beeinträchtigt.

    Abklärung und Diagnostik

    Eine augenärztliche Untersuchung ist wichtig, um die Ursache der Beschwerden zu klären und das Ausmass der Meibomdrüsenstörung zu beurteilen.

    Die Diagnose bildet die Grundlage für die Wahl der geeigneten Therapie.

    Um die genaue Ursache zu klären, ist eine sorgfältige augenärztliche Abklärung wichtig.
    Um die genaue Ursache zu klären, ist eine sorgfältige augenärztliche Abklärung wichtig.

    Behandlung

    Basistherapie

    Ziel der Behandlung ist es, die Meibomdrüsen wieder zur Abgabe von Fett zu bringen.

    Dies erfolgt in der Regel durch:

    • Wärmeanwendung: Sie verflüssigt das Sekret in den Drüsen.
    • Lidmassage (Expression): Unterstützt die Entleerung der Drüsen.

    Wichtig ist eine korrekte Anwendung: ausreichend warm, genügend lange und regelmässig über mehrere Wochen.

    Ergänzende Massnahmen

    Bei ausgeprägter Entzündung können zusätzlich medikamentöse Behandlungen sinnvoll sein, um die Lidrandentzündung zu reduzieren.

    Sind die Drüsen stärker verstopft, kann eine professionelle Behandlung in der Praxis wirksamer sein als Massnahmen zu Hause.

    IPL (Intense Pulsed Light)

    Medizinische Lichtimpulse (IPL) können als Zusatzbehandlung eingesetzt werden, wenn die Basistherapie nicht ausreicht.

    Studien zeigen, dass sich bei einem Teil der Betroffenen die Beschwerden verbessern und der Tränenfilm stabiler wird, insbesondere bei ausgeprägten Formen. Der Nutzen scheint bei Rosazea-assoziierten Formen günstiger zu sein, ist aber in Studien unterschiedlich ausgeprägt.

    Nach aktuellem Stand ist IPL anderen Verfahren – wie konsequenter Wärmebehandlung mit anschliessender Expression – nicht eindeutig überlegen.

    Verlauf und Prävention

    Eine konsequente und korrekt durchgeführte Basistherapie ist entscheidend für den Behandlungserfolg. Oft ist eine längerfristige Anwendung notwendig.

    Welche zusätzlichen Therapien sinnvoll sind, hängt von der individuellen Ausprägung ab und sollte fachärztlich beurteilt werden.

    Merkpunkte

    • Trockene Augen können durch eine Störung der Meibomdrüsen verursacht werden.
    • Der Fettanteil des Tränenfilms ist entscheidend für dessen Stabilität.
    • Wärmebehandlung und Lidmassage sind zentrale Therapieelemente.
    • IPL kann ergänzend eingesetzt werden, ist aber nicht eindeutig überlegen.
    • Eine augenärztliche Abklärung ist wichtig für die gezielte Behandlung.
    Hinweis:

    Bei anhaltenden Beschwerden ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll.