Hypophysenzentrum

Zentrum für Erkrankungen der Hirnanhangsdrüse

Im Hypophysenzentrum klären und behandeln wir Erkrankungen der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) ab. Dazu gehören insbesondere Hypophysenadenome, meist gutartige Tumoren, die Hormone im Übermass produzieren oder durch ihre Grösse Beschwerden verursachen können.

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Behandlung typischer Krankheitsbilder

Fachpersonen verschiedener Disziplinen arbeiten bei der Abklärung und Behandlung eng zusammen. Je nach Erkrankung kommen Hormonuntersuchungen, bildgebende Verfahren und weitere spezialisierte Untersuchungen zum Einsatz. Für jede Patientin und jeden Patienten wird die passende Behandlung individuell festgelegt.

Je nach Art und Wirkung eines Hypophysenadenoms können unterschiedliche Beschwerden und Krankheitsbilder auftreten. 

Ein Prolaktinom ist ein gutartiger Tumor der Hirnanhangsdrüse, der zu viel des Hormons Prolaktin produziert. Erhöhte Prolaktinwerte können Zyklusstörungen, ausbleibende Regelblutungen, Milchfluss ausserhalb der Stillzeit, unerfüllten Kinderwunsch oder ein vermindertes sexuelles Verlangen verursachen. Bei Männern können auch Erektionsstörungen oder ein Testosteronmangel auftreten. Nicht jeder erhöhte Prolaktinwert bedeutet, dass ein Prolaktinom vorliegt. Erhöhte Prolaktinwerte können auch durch Medikamente, eine Schwangerschaft oder andere Erkrankungen verursacht werden. Die Abklärung erfolgt durch Blutuntersuchungen und bei Bedarf eine MRI-Untersuchung. 

Prolaktinome werden häufig medikamentös behandelt. Je nach Situation kann auch eine Operation über die Nase eine geeignete Behandlungsoption sein. Die Wahl der Behandlung richtet sich unter anderem nach der Tumorgrösse, der Sehfunktion, einem möglichen Kinderwunsch und Ihren persönlichen Bedürfnissen.

Akromegalie ist eine seltene Erkrankung, bei der meist ein gutartiger Tumor der Hirnanhangsdrüse zu viel Wachstumshormon produziert. Dadurch verändern sich über mehrere Jahre häufig die Gesichtszüge, während sich Hände und Füsse vergrössern. Weitere mögliche Beschwerden sind vermehrtes Schwitzen, Gelenkschmerzen, Kopfschmerzen, Atemaussetzer im Schlaf sowie Bluthochdruck oder Diabetes.

Zur Diagnose werden insbesondere der Hormonwert IGF-1 und die Hirnanhangsdrüse mittels MRI untersucht. Wenn medizinisch sinnvoll, wird der Tumor über die Nase entfernt. Ist eine vollständige Entfernung nicht möglich, können Medikamente oder eine Strahlentherapie helfen. Endokrinologie, Neurochirurgie und Neuroradiologie arbeiten bei der Therapieplanung und Nachsorge eng zusammen.

Bei Morbus Cushing produziert meist ein kleiner, gutartiger Tumor der Hirnanhangsdrüse zu viel des Hormons ACTH. Dadurch bilden die Nebennieren übermässig Cortisol. Dies kann zu Gewichtszunahme, Bluthochdruck, Diabetes, Muskelschwäche, Osteoporose, Hautveränderungen, Schlafstörungen oder psychischen Beschwerden führen. Da sich die Symptome oft langsam entwickeln, wird die Erkrankung häufig spät erkannt.

Die Abklärung des Morbus Cushing ist häufig anspruchsvoll, da die Tumoren oft sehr klein sind und im MRI nicht immer eindeutig nachweisbar sind. Deshalb erfolgt die Diagnostik in enger Zusammenarbeit mit der Endokrinologie, Neurochirurgie und Neuroradiologie.  Bei unklaren Befunden kann eine spezielle Untersuchung der hirnnahen Blutgefässe notwendig sein, um die Ursache nachzuweisen und den Tumor genauer zu lokalisieren.

Wenn medizinisch sinnvoll, wird der Tumor über die Nase entfernt. Danach erfolgen regelmässige Kontrollen und eine langfristige Nachsorge, um ein mögliches Wiederauftreten der Erkrankung frühzeitig zu erkennen.

Hormoninaktive Hypophysenmakroadenome sind meist gutartige Tumoren der Hirnanhangsdrüse, die keine Hormonüberproduktion verursachen. Beschwerden entstehen meist erst, wenn der Tumor auf umliegende Strukturen drückt oder die normale Hormonproduktion beeinträchtigt. Durch Druck auf umliegende Strukturen können Kopfschmerzen, Sehstörungen oder Doppelbilder auftreten. Wird die normale Hormonproduktion beeinträchtigt, sind auch Müdigkeit, Zyklusstörungen oder ein vermindertes sexuelles Verlangen möglich.

Mit einer Hormon- und MRI-Untersuchung beurteilen wir die Auswirkungen des Tumors. Bei Nähe zur Sehbahn erfolgt zusätzlich eine augenärztliche Untersuchung. Je nach Befund genügen regelmässige Kontrollen oder es wird eine Operation durch die Nase empfohlen. Besteht ein Hormonmangel, können zusätzlich Hormonersatzmedikamente notwendig sein.

Bei einer Hypophyseninsuffizienz produziert die Hirnanhangsdrüse zu wenig von einem oder mehreren wichtigen Hormonen. Ursachen können Tumoren, Operationen, Bestrahlungen oder Entzündungen sein. Mögliche Beschwerden sind Müdigkeit, verminderte Leistungsfähigkeit, Kreislaufprobleme, Kälteempfindlichkeit, Zyklusstörungen oder unerfüllter Kinderwunsch.

Durch gezielte Hormonuntersuchungen stellen wir fest, welche Hormone fehlen. Diese können durch Medikamente ersetzt werden, häufig langfristig oder lebenslang. Besonders wichtig ist die ausreichende Versorgung mit dem lebenswichtigen Hormon Cortisol. Betroffene erhalten deshalb bei Bedarf einen Notfallplan und werden im sicheren Umgang mit Medikamenten geschult.

Hypophyseninzidentalome sind zufällig entdeckte Veränderungen der Hirnanhangsdrüse, beispielsweise bei einer MRI-Untersuchung aus einem anderen Grund. Dabei kann es sich um gutartige Tumoren oder Zysten handeln. Viele dieser Veränderungen verursachen keine Beschwerden und müssen nicht behandelt werden.

Zur Abklärung gehören Hormonuntersuchungen und ein MRI. Bei Nähe zur Sehbahn wird zusätzlich das Sehvermögen untersucht. Ob regelmässige Kontrollen ausreichen oder eine Behandlung notwendig ist, hängt insbesondere von der Grösse, Lage, Entwicklung und möglichen Auswirkungen der Veränderung ab.

Neben Hypophysenadenomen können weitere Veränderungen im Bereich der Hirnanhangsdrüse und ihrer Umgebung auftreten. Dazu gehören beispielsweise Rathke-Zysten (mit Flüssigkeit gefüllte Hohlräume), Kraniopharyngeome (seltene, meist gutartige Tumoren im Bereich der Hypophyse), Meningeome (meist gutartige Tumoren der Hirnhäute) oder entzündliche Veränderungen. Je nach Lage und Grösse können sie Kopfschmerzen, Sehstörungen, Doppelbilder oder Störungen des Hormonhaushalts verursachen.

Die Abklärung umfasst Hormonuntersuchungen, MRI und bei Bedarf weitere spezialisierte Untersuchungen. Abhängig von der Art der Veränderung kommen regelmässige Kontrollen, eine Operation, Medikamente oder eine Bestrahlung infrage. Bei komplexen Befunden werden weitere medizinische Fachbereiche in die Beurteilung einbezogen.

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Moderne Operationsplanung und Visualisierung

Bei komplexen Erkrankungen der Hypophyse setzen wir moderne Visualisierungs- und Planungstechnologien ein. Hochauflösende Bildgebung, 3D-Modelle und Virtual Reality helfen, die Eingriffe sorgfältig zu planen und Patientinnen und Patienten über ihre Erkrankung und die geplante Behandlung zu informieren.

Je nach Befund kommen endoskopische, mikrochirurgische und neuronavigierte Verfahren zum Einsatz. In bestimmten Situationen können intraoperative Visualisierungstechniken und Augmented-Reality Verfahren die Orientierung zusätzlich unterstützen. 

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Hypophysenzentrum Haus 1 Tellstrasse 25 5001 Aarau

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