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    Bessere Behandlungsqualität dank Forschung

    18. Mai 2026

    Im Spital braucht es Menschen, die zuhören, verstehen und nachfragen. Und es braucht Forschung, um Erkenntnisse zu gewinnen und Therapien weiterzuentwickeln. Lesen Sie die Erkenntnisse und den Patientennutzen ausgewählter Studienbereiche. 

    • Fachperson Prof. Dr. med. Philipp Schütz
    • Lesedauer ca. 10 Minuten
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    Studienbereich 1

    Seltene Erkrankungen – warum wir genauer hinschauen

    Seltene Erkrankungen betreffen jeweils nur wenige Menschen, in der Summe jedoch sehr viele Familien. Für Betroffene bedeutet dies häufig lange Diagnosewege, zahlreiche Arztkontakte und grosse Unsicherheit.

    Ziel der Studien:
    Die Studien sollen das Bewusstsein für seltene Erkrankungen stärken, Versorgungsstrukturen optimieren, Komplikationen frühzeitig erkennen und so den Alltag von Betroffenen und ihren Familien erleichtern.

    Erkenntnisse & Patientennutzen:
    Krankheitsverläufe und Gründe für Spitaleintritte unterscheiden sich je nach Erkrankung deutlich. Generell verzeichnen Erwachsene mit seltenen Krankheiten häufiger negative Folgen im Spital, darunter ein höheres Sterberisiko. Eine gezielte Betreuung und bessere Koordination könnten die Behandlung weiter verbessern.

    Für eine optimale Behandlung braucht es Menschen, die zuhören.
    Für eine optimale Behandlung braucht es Menschen, die zuhören.

    Studienbereich 2

    Versorgungsforschung – was wir aus dem Klinikalltag lernen können

    Jeden Tag treffen Spezialistinnen und Spezialisten im Spital unzählige Entscheidungen: Diagnosen werden gestellt, Therapien begonnen, Patientinnen und Patienten verlegt oder entlassen. Versorgungsforschung untersucht, wie gut diese Abläufe im klinischen Alltag funktionieren.

    Ziel der Studien:
    Am KSA werden anonymisierte Routinedaten und Patientenfeedback von mehreren Tausend Patientinnen und Patienten ausgewertet. So wird analysiert, welche Behandlungen wirken, wo Prozesse verbessert werden können und wie die Zusammenarbeit verschiedener Berufsgruppen die Qualität der Versorgung beeinflusst.

    Erkenntnisse & Patientennutzen:
    Die Auswertungen zeigen: Klare Kommunikation, frühzeitige Planung und strukturierte Abläufe verbessern Behandlungsergebnisse und Zufriedenheit messbar. Daraus entstanden Massnahmen wie ein strukturiertes Case-Management: Der Austritt wird bereits beim Eintritt mitgedacht, Nachbetreuung und soziale Unterstützung werden früh organisiert und Abläufe interprofessionell koordiniert.

    Gezielte Ernährungstherapie führt zu höherer Leistungsfähigkeit.
    Gezielte Ernährungstherapie führt zu höherer Leistungsfähigkeit.

    Studienbereich 3

    Ernährungsforschung – warum Ernährung mehr ist als Nebensache

    Die Ernährung spielt eine zentrale Rolle für den Behandlungserfolg im Spital. Studien zeigen, dass rund jede dritte hospitalisierte Person mangelernährt ist. Für Betroffene bedeutet das häufig einen komplexeren Krankheitsverlauf, mehr Komplikationen und eine erhöhte Sterblichkeit.

    Ziel der Studien:
    Die Forschung konzentriert sich darauf, Mangelernährung früh zu erkennen und gezielt zu behandeln. Aufbauend auf der internationalen EFFORT-Studie – der grössten Mangelernährungsstudie weltweit mit über 2 000 eingeschlossenen Patientinnen und Patienten – wird untersucht, wie ambulante Ernährungstherapie die Sterblichkeit senken kann. Aktuell wird analysiert, ob eine strukturierte Ernährungstherapie nach der Spitalentlassung langfristig die Sterblichkeit von Menschen mit erhöhtem Mangelernährungsrisiko reduziert.

    Erkenntnisse & Patientennutzen:
    Gezielte Ernährungstherapie wirkt: Eine ausreichende Energie- und Eiweisszufuhr, individuelle Ernährungsberatung und angepasste Therapien können Komplikationen reduzieren und die Überlebenschancen deutlich verbessern. Für Patientinnen und Patienten bedeutet eine gezielte Ernährungstherapie mehr Leistungsfähigkeit, bessere körperliche Funktionalität, weniger Komplikationen und mehr Lebensqualität.

    Mangelernährung soll früh erkannt und gezielt behandelt werden.
    Mangelernährung soll früh erkannt und gezielt behandelt werden.

    3 Fragen an Philipp Schütz

    Warum verfügt das KSA über eine Medizinische Universitätsklinik?

    Das Kantonsspital Aarau ist der wichtigste Aus- und Weiterbildungsstandort für medizinische Fachkräfte im Kanton Aargau und verfolgt mit seiner Strategie «Exzellente Medizin. Jederzeit. Für alle.» den Anspruch, Medizin auf höchstem Niveau anzubieten. Die enge Zusammenarbeit mit der Universität Basel im Rahmen der Argovia- Professur verankert Forschung und Lehre direkt im klinischen Alltag und verleiht der Medizin in Aarau ihren universitären Status. Davon profitieren Patientinnen und Patienten durch eine Versorgung auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft.

    Welchen Stellenwert und welche Bedeutung hat die Forschung am KSA?

    Forschung ist ein zentraler Teil unserer Identität als Zentrumsspital. Sie ermöglicht es uns, Diagnostik, Therapien und Abläufe laufend zu hinterfragen und zu verbessern – mit dem Ziel, den Nutzen für unsere Patientinnen und Patienten zu maximieren. Besonders wichtig ist uns angewandte, klinische Forschung mit klarem Mehrwert in der Versorgung. Jährlich entstehen rund 200 bis über 300 Publikationen mit Beteiligung des KSA.

    Das KSA begleitet rund 400 Assistenzärztinnen und Assistenzärzte auf ihrem Weg zum Facharzt. Welche Vorteile hat das für Patientinnen und Patienten?

    Die starke Ausbildungsrolle bringt aktuelles Wissen direkt in die Versorgung. Wissen aus Fortbildung, Forschung und klinischem Alltag fliesst unmittelbar in die Behandlung ein, weil Teams aus Assistenz- und Fachärztinnen und -ärzten eng zusammenarbeiten. So profitieren Patientinnen und Patienten von moderner Medizin und einer Behandlungsqualität, die kontinuierlich weiterentwickelt wird.

    General Research Office

    Das General Research Office ist die zentrale Anlaufstelle für klinische Forschung am KSA. Das Team unterstützt Forschende von der Studienplanung über methodische und regulatorische Fragen bis zur Einreichung bei Behörden und fördert die Vernetzung innerhalb des KSA und mit externen Partnern.

    Wenn Medizin zur Detektivarbeit wird

    Im klinischen Alltag gibt es immer wieder Fälle, in denen Beschwerden von Patientinnen und Patienten keiner eindeutigen Ursache zugeordnet werden können. Symptome bleiben oft unspezifisch, Untersuchungen werfen neue Fragen auf und der Verlauf ist schwer einzuordnen. Genau hier beginnt die anspruchsvolle Kunst der komplexen Diagnostik. Sie bedeutet, verborgene Zusammenhänge zu erkennen, wo auf den ersten Blick keine sichtbar sind, und verlangt Zeit, Erfahrung und die Bereitschaft, genau hinzuschauen – fast wie bei der Arbeit einer Detektivin oder eines Detektivs.

    Auf komplexmedizin.ksa.ch finden Sie spannende Einblicke in aussergewöhnliche und komplexe Fälle, Zahlen und Geschichten rund um seltene Krankheiten, Einblicke in die Welt der Labormedizin und vieles mehr.

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