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    Breite statt Tunnelblick. Hausarztmentoren am Kantonsspital Aarau

    8. Juli 2026

    Wer einmal erlebt hat, wie Hausarztmedizin funktioniert, hat eine andere Entscheidungsgrundlage für den Karriereweg. Am Kantonsspital Aarau sollen genau solche Einblicke systematisch entstehen.

    • Fachperson Dr. med. Dominik Weber Dr. med. Lukas Horat
    • Lesedauer ca. 2 Minuten
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    Dr. med. Dominik Weber und Dr. med. Lukas Horat begleiten junge Ärzt:innen am Kantonsspital Aarau (KSA) als Mentoren auf dem Weg in die Grundversorgung. Weber als langjähriger Hausarzt in der Praxis, Horat als internistischer Oberarzt am Spital und Hausarzt.

    Ein Curriculum für die Grundversorgung

    Die Vielfalt der Hausarztmedizin sichtbar zu machen, ist ein Ziel des strukturierten Weiterbildungsmodells im Kanton Aargau. Mit einem Curriculum aus folgenden Bausteinen unterstützt der Kanton die hausärztliche Ausbildung: Praxisassistenzen in Hausarztpraxen, Rotationsstellen in diversen Fachdisziplinen sowie Mentor:innen, die junge Ärzt:innen auf ihrem Weg begleiten. Bei einer Praxisassistenz arbeiten Assistenzärzt:innen während rund sechs Monaten in einer Hausarztpraxis. Hier erleben sie erstmals den Alltag der Grundversorgung und erhalten so eine Entscheidungsgrundlage für ihre spätere Laufbahn. Ergänzend ermöglichen Rotationsstellen in der Klinik Einblicke in Fachgebiete wie Dermatologie, HNO oder  Rheumatologie, mit denen Hausärzt:innen häufig konfrontiert sind. 

    Praxis und Spital zusammen denken

    Praxisassistenzen und Rotationen gibt es im ganzen Kanton Aargau, ähnliche Modelle auch in anderen Kantonen. Neu und besonders am KSA ist: Grundsätzlich absolvieren alle Assistenzärzt: innen der Allgemeinen Inneren Medizin einen Teil ihrer Assistenzzeit in einer Hausarztpraxis, unabhängig davon, ob die Hausarztmedizin schon auf ihrem Karriereplan steht oder nicht.

    Der Gedanke dahinter ist einfach: «Auch wer später im Spital bleibt, profitiert davon, einige Monate in einer Hausarztpraxis gearbeitet zu haben», sagt Horat. In der Praxis gehe es häufig darum, mit begrenzten diagnostischen Möglichkeiten Entscheidungen zu treffen und Unsicherheiten auszuhalten, ohne dabei Wichtiges zu übersehen. «Zudem schafft der Perspektivenwechsel gegenseitiges Verständnis», ergänzt Weber. 

    Kurz- und langfristiger Effekt

    Neben dem Ausbildungseffekt hat das Modell auch eine direkte Auswirkung auf die Versorgung. «Wenn Assistenzärzt:innen in Hausarztpraxen arbeiten, bringen sie sofort  zusätzliche Workforce in die Grundversorgung», sagt Weber. Beide sind zuversichtlich, dass das Konzept auch langfristig mehr junge Ärzt:innen für den Beruf gewinnen wird. Denn, wie Horat es formuliert: «Man kann sich nicht für etwas entscheiden, das man gar nicht kennt. Wir hoffen, dass noch viele die Aha-Momente erleben, die die Vielfalt und die Langzeitbetreuung in der Grundversorgung mit sich bringen.»

     

    ABOUT: Dr. med. Dominik Weber - Dr. med. Lukas Horat

    Weber (Ärztezentrum Buchs) und Horat (Praxis Pedalo, Erlinsbach) engagieren sich gemeinsam als Hausarztmentoren am Kantonsspital Aarau. Weber war früher Bob-Anschieber im Europacup, Horat mag Schnee lieber unter den Langlaufski oder dem Schlitten mit seinen Kindern.

    Artikel aus dem Ärztemagazin medLife
    von Nicole Urweider