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  • Medienmitteilung

    Das KSA stärkt die Onkologie

    19. Mai 2026

    Das Lungenkrebszentrum wird nach höchsten Qualitätsstandards zertifiziert – als erstes im Aargau.

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    Die Behandlung von Tumorpatientinnen und -patienten gehört zu den Kernkompetenzen am Kantonsspital Aarau (KSA). Am KSA sind zahlreiche Zentren für die Behandlung von Krebs betroffener Organe nach den höchsten Qualitätsstandards der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) zertifiziert. Neu wird auch das Lungenkrebszentrum dazugehören. Damit wird die seit Jahren am KSA etablierte, interdisziplinäre und ganzheitliche Behandlung von Patientinnen und Patienten mit Lungenkrebs anerkannt. 

    PD Dr. med. Franco Gambazzi, Co-Leiter Lungenkrebszentrum und Chefarzt Thoraxchirurgie, freut sich über die Auszeichnung: «Mit der Etablierung des Lungen-Thoraxboards am KSA vor gut 15 Jahren wurde der Grundstein für die Zertifizierung gelegt. Bereits damals stand die unkomplizierte, interdisziplinäre Zusammenarbeit im Vordergrund, die von allen beteiligten Fachgebieten mit hoher intrinsischer Motivation gelebt wurde.» Und Prof. Dr. med. Hans-Joachim Kabitz, Co-Leiter Lungenkrebszentrum und Chefarzt Pneumologie, fügt an: «Wir freuen uns, dass wir dank unseren Anstrengungen nun zu den wenigen Schweizer Spitälern mit zertifiziertem Lungenkrebszentrum gehören werden.» Neben dem KSA gibt es in der Schweiz nur noch fünf Lungenkrebszentren, die nach DKG-Kriterien zertifiziert sind.

    Das Lungenkrebszentrum am KSA vereint die Expertise aus allen für die Behandlung relevanten Fachgebieten wie Thoraxchirurgie, Pneumologie, Onkologie, Radioonkologie und Radiologie. Das KSA bietet aus einer Hand modernste Diagnostik sowie ein umfassendes Behandlungsspektrum wie operative Eingriffe, Chemotherapie, Immuntherapie, Strahlentherapie und weitere zielgerichtete Therapien. Ergänzend dazu erhalten Patientinnen und Patienten Unterstützung, u. a. in Form von psychoonkologischer Betreuung, Physiotherapie, Schmerztherapie, Sozialberatung und Palliativmedizin. «Ein zentrales Element der Behandlungsabläufe in der Onkologie generell ist das interdisziplinär zusammengesetzte Tumorboard. Dort besprechen Expertinnen und Experten diverser Fachrichtungen jeden Fall individuell, um die optimale Therapie festzulegen», erklärt Prof. Dr. med. Christoph Mamot, Chefarzt Onkologie.

    Mit der Auszeichnung des Lungenkrebszentrums stärkt das KSA sein Tumorzentrum, das Onkologiezentrum Mittelland. Das Tumorzentrum am KSA gehört zu den grössten nicht universitären Onkologiezentren der Schweiz. Insgesamt sind dreizehn spezialisierte Organzentren nach DKG-Standards zertifiziert und unterliegen regelmässigen Qualitätsprüfungen. Gemäss Unternehmensstrategie ist die Krebsbehandlung eine von fünf Kernkompetenzen am KSA. Neben dem Tumorzentrum zählen dazu das Notfallzentrum, das Neurozentrum, das Perinatalzentrum sowie das Zentrum für umfassende Diagnostik und Komplexbehandlung. Diese fünf Zentren repräsentieren zusammen 86 Prozent aller stationären Fälle und bündeln die besonders ausgeprägten Kompetenzen des Spitals.

    Teamarbeit hilft, seltene Fälle zu entdecken

    Ein Merkmal haben alle diese Kompetenzzentren gemein: Die Expertinnen und Experten denken nicht nur in den Kategorien ihrer Fachgebiete, sondern interdisziplinär: «Es braucht Teamarbeit. Im KSA profitieren unsere Patientinnen und Patienten davon, dass wir mit vielen Fachbereichen eng vernetzt sind: Notfallmedizin, Intensivmedizin, Traumatologie, Radiologie, Onkologie – wir schauen immer den ganzen Menschen an. Das beginnt bei der Diagnose, geht über die Therapie und Pflege bis zur Nachsorge. Die Patientin resp. der Patient steht immer im Mittelpunkt», betont Prof. Dr. med. Kabitz.

    Diese gebündelten Kompetenzen am KSA ermöglichen qualitativ hochstehende und auf das Patientenwohl ausgerichtete Behandlungsprozesse. Die Prozesse sind von Beginn an individuell abgestimmt, und ermöglichen damit die Diagnostik und die Behandlung seltener Krankheitsbilder. So zum Beispiel beim Patienten Lukas K., der wegen hartnäckigen Hustens in die Pneumologie des KSA überwiesen wurde. Bei ihm wurde Lungenkrebs festgestellt, der bereits den gesamten rechten Lungenflügel befallen hatte und metastasiert war. Die Expertinnen und Experten der Pathologie haben bei den Krebszellen eine seltene Mutation entdeckt. Aufgrund dieser Erkenntnis konnte beim Patienten ein neues Medikament zum Einsatz kommen, das den Krebs erfolgreich bekämpft hat. So verschwanden die Metastasen im Kopf gänzlich. Mit dem folgenden operativen Eingriff durch die Thoraxchirurgie konnten schliesslich die Residuen des Krebsbefalls aus der Lunge entfernt werden.

    Innovation: Roboter für bessere Diagnostik

    Das ist ein Beispiel für die Vorteile eines interdisziplinären Lungenkrebszentrums. Durch die Erfahrung und die Expertise im Haus entstehen neue sowie optimierte Abläufe, aber auch Innovationen, die der Behandlungsqualität dienen. Ein Beispiel aus der heute gängigen Praxis: Zeigen radiologische Untersuchungen, dass bei einer Patientin oder einem Patienten womöglich Lungenkrebs in einem frühen Stadium vorliegt, wurde bisher operiert und der mutmassliche Krebs entfernt. Das ist sinnvoll, weil eine frühzeitige Intervention die Überlebenschancen und die Lebensqualität erhöht. Das Problem: Erst im Nachhinein kann die Pathologie bestimmen, ob es sich bei dem entfernten Gewebe tatsächlich um Krebs handelt oder nicht. Der Eingriff ist zwar minimalinvasiv, aber dennoch eine Operation. Darum investiert das KSA weiter in die Diagnostik. Dank der Expertise und der breiten Erfahrung am KSA mit roboterassistierten Eingriffen soll künftig im Neubau «Dreiklang» in der Pneumologie neueste Robotertechnik für die Diagnostik zum Einsatz kommen. Damit wird über Mund und Luftröhre direkt in der Lunge beim mutmasslichen Krebsherd eine Probe entnommen und analysiert. Damit ist künftig keine Operation zur Diagnosesicherung mehr nötig. Das ist für die Betroffenen angenehmer und spart Kosten.