Labormedizin: Antworten, die den Unterschied machen
18. Mai 2026
Rund 70 Prozent aller medizinischen Entscheidungen stützen sich auf Laborresultate – von der Diagnose über die Therapie bis zur Verlaufskontrolle.
- Fachperson Dr. Luca Bernasconi
- Lesedauer ca. 8 Minuten
Wir zeigen anhand von fünf Fragestellungen wie Laboranalysen in enger Zusammenarbeit mit verschiedenen Fachbereichen auch komplexe medizinische Fragestellungen klären.
Das Institut für Labormedizin leistet mit seinem breiten Angebot an Laboranalysen einen wichtigen Beitrag zur Diagnosefindung, Therapieentscheidung und Krankheitsprävention für Spitäler, Kliniken und Praxen. Erfahren Sie hier mehr zum Angebot unseres Instituts: Labormedizin.
Warum bilden sich immer wieder Nierensteine?
Wer einmal Nierensteine hatte, hat ein erhöhtes Risiko, erneut welche zu bekommen. Um die Ursache zu klären, wird ein entfernter Stein im Labor genau untersucht. Mittels Infrarot-Spektroskopie wird die chemische Zusammensetzung wie bspw. Kalziumoxalat oder Harnsäure bestimmt. Die Analyse zeigt, ob die Ursache in der Ernährung, einem Flüssigkeitsmangel oder einer Stoffwechselstörung liegt.
Ziel der Untersuchung
Individuelle Prävention, mögliche Massnahmen wie Ernährungsumstellung.
Greift das Immunsystem meinen eigenen Körper an?
Unerklärliche Entzündungen, Hautveränderungen oder Schmerzen können Anzeichen für eine Autoimmunerkrankung sein. Um dem nachzugehen, wird eine Blutprobe auf sogenannte Autoantikörper untersucht. Mithilfe spezieller Testverfahren werden Abwehrstoffe, die sich gegen körpereigene Zellbestandteile richten, sichtbar gemacht. Solche Befunde können wichtige Hinweise für die Diagnostik seltener Autoimmunerkrankungen liefern.
Ziel der Untersuchung
Früherkennung und Grundlage für eine wirksame Therapie.
Sind nach der Krebstherapie noch Tumorzellen vorhanden?
Auch nach einer erfolgreichen Behandlung können vereinzelt Tumorzellen im Körper verbleiben. Mit sehr empfindlichen Methoden – etwa durchflusszytometrischen oder molekularbiologischen Analysen – lassen sich selbst kleinste Mengen von Krebszellen nachweisen, zum Beispiel beim Multiplen Myelom. Moderne Verfahren sind so präzise, dass sie eine einzelne Tumorzelle unter bis zu einer Million anderen Zellen erkennen können. Solche Messungen zeigen, wie gut eine Therapie gewirkt hat, und helfen bei der weiteren Behandlungsplanung.
Ziel der Untersuchung
Tumorzellen erkennen und Therapie sowie Prognose besser einschätzen.
Trage ich ein vererbtes Krebsrisiko?
Wenn in einer Familie gehäuft Krebs auftritt oder in jungen Jahren diagnostiziert wird, kann eine genetische Abklärung sinnvoll sein. Im Labor wird dann eine Blutprobe mithilfe molekulargenetischer Analysen untersucht. Dabei kann unter anderem beispielsweise ein erblich erhöhtes Risiko für Brust- oder Eierstockkrebs bestimmt und eine entsprechende Vorsorge oder Behandlung gezielt geplant werden.
Ziel der Untersuchung
Erbliche Risiken erkennen und Vorsorge sowie Therapie individuell ausrichten.
Warum wirkt das Antibiotikum nicht?
Bei Infektionen ist eine Resistenzprüfung entscheidend, um das passende Antibiotikum zu finden. Dazu werden die krankheitsverursachenden Keime aus unterschiedlichen Proben von Patientinnen und Patienten - zum Beispiel Blut, Urin oder Wundproben - im Labor vermehrt, identifiziert und auf ihre Antibiotikaresistenzen hin untersucht. Die Erreger werden dabei mit unterschiedlichen Antibiotika in Kontakt gebracht. Anhand sogenannter Hemmhöfe lässt sich erkennen, welche Wirkstoffe das Wachstum stoppen und gegen welche Resistenzen bestehen.
Ziel der Untersuchung
Schnell ein wirksames Antibiotikum finden, um Patientinnen und Patienten gezielt zu behandeln.
Wenn Medizin zur Detektivarbeit wird
Im klinischen Alltag gibt es immer wieder Fälle, in denen Beschwerden von Patientinnen und Patienten keiner eindeutigen Ursache zugeordnet werden können. Symptome bleiben oft unspezifisch, Untersuchungen werfen neue Fragen auf und der Verlauf ist schwer einzuordnen. Genau hier beginnt die anspruchsvolle Kunst der komplexen Diagnostik. Sie bedeutet, verborgene Zusammenhänge zu erkennen, wo auf den ersten Blick keine sichtbar sind, und verlangt Zeit, Erfahrung und die Bereitschaft, genau hinzuschauen – fast wie bei der Arbeit einer Detektivin oder eines Detektivs.
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